Gedeckter Apfelmuskuchen vom Blech ist einer dieser Kuchen, bei denen man schon nach dem ersten Bissen weiß: gefährlich 😉: Der Teig zergeht quasi auf der Zunge, dazwischen steckt eine dicke Schicht fruchtiges Apfelmus. Ich habe das Rezept 2018 erstmals veröffentlicht und seither mehrfach überarbeitet. Denn gerade bei Apfelmuskuchen mit Decke gibt es ein paar typische Stolperfallen. Mit den neuen Tipps gelingt er euch jetzt noch besser.
Warum ihr diesen Apfelmuskuchen lieben werdet
- Anders als der klassisch runde gedeckte Apfelkuchen wird dieser hier nicht mit Apfelstückchen, sondern komplett mit Mus gefüllt. Das macht ihn besonders zart und saftig, weil das Mus ein bisschen in den Teig einzieht.
- Basis des Apfelmuskuchens ist ein einziger, einfacher Knetteig für Boden inklusive Decke.
- Es handelt sich um einen tollen Blechkuchen für viele Gäste. In der Blitzvariante mit gekauftem Apfelmus ist er auch noch richtig fix gemacht.
- Gedeckter Apfelmuskuchen lässt sich wunderbar im Voraus backen. Durch die fruchtige Füllung und den buttrigen Knetteig wird er eigentlich sogar noch besser, wenn er einen Tag durchziehen durfte. Wobei das erfahrungsgemäß selten passiert 😉.
Die wichtigsten Zutaten
Für gedeckten Apfelmuskuchen wie vom Bäcker braucht ihr nur Basis-Backzutaten – die Kombination aus den verschiedenen Schichten macht das Ergebnis trotzdem besonders. Die genauen Zutatenmengen findet ihr wie immer unten im Rezept.
- Apfelmus als wichtigste Zutat kommt natürlich zuerst 😉. Am besten eignet sich eher dickliches, ungesüßtes Apfelmus bzw. Apfelmark, egal ob selbstgemacht nach diesem Rezept oder gekauft. Wer mag, kann zur Abwechslung auch mal Apfel-Bananen-Mus, Apfel-Mango-Mark o.ä. verwenden (alles schon getestet).
- Butter sorgt dafür, dass der Teig besonders mürbe und fein schmeckt. Nicht durch Margarine ersetzen!
- Mehl & Backpulver bilden eine Mischung, die den Teig stabil genug zum Ausrollen macht, ihn aber trotzdem schön zart bleiben und minimal aufgehen lässt. Am besten eignet sich Standard-Weizenmehl Type 405.
- Puderzucker, Milch & Zitronensaft ergeben einen Zuckerguss, der optisch und geschmacklich super zum saftigen Apfelmuskuchen passt.
Apfelmuskuchen backen in 3 Schritten
- Teig vorbereiten: Für den Knetteig werden, wie der Name schon sagt, einfach nur alle Zutaten zusammen geknetet. Wichtig ist, ihn dabei nicht zu lange zu bearbeiten und anschließend zu kühlen. Da der Teig ein bisschen „eigen“ ist, rolle ich ihn am liebsten direkt auf Backpapier aus – so kann man ihn quasi direkt mit Papier aufs Blech heben.
- Apfelkuchen mit Apfelmus füllen: Auf das Mus kommt nun die obere Teigplatte. Es ist kein Problem, wenn die etwas brüchig ist oder sogar in mehreren Teilen drauf kommt 😉 – nach dem Glasieren sieht man davon eigentlich eh nichts mehr.
- Backen: Der gedeckte Apfelmuskuchen vom Blech wird goldgelb gebacken und muss danach unbedingt komplett abkühlen. Erst dann stabilisiert sich die Füllung richtig und lässt sich sauber schneiden.
Meine Geling-Tipps für stressfreies Backen
- Die Konsistenz des Apfelmuses macht einen großen Unterschied. Eher dünnes, flüssiges Mus kann den Apfelkuchen mit Apfelmus weich oder matschig machen. Falls nötig, das Mus einige Minuten einkochen oder mit etwas Stärke bzw. Puddingpulver binden. Danach mindestens lauwarm abkühlen lasen!
- So gelingt das Ausrollen stressfrei: Der mürbe Teig kann brechen. Besonders einfach klappt das Ausrollen des Bodens direkt auf Backpapier. Bei der oberen Platte rate ich euch, sie vor dem Auflegen kurz zu kühlen und anschließend vorsichtig auf die Füllung zu stürzen. Man kann sie auch halbieren und die beiden Hälften dann einzeln mithilfe eines Nudelholzes auf den Apfelmus-Kuchen legen.
- Mein Trick für besonders schönen Zuckerguss: ähnlich wie beim gedeckten Quittenkuchen zusätzlich zum Saft etwas Milch verwenden. So wird er deckend weiß. Theoretisch funktioniert der Apfelmuskuchen mit Decke auch ohne Glasur, das sieht aber längst nicht so hübsch aus. Außerdem konserviert sie den Kuchen zusätzlich.
- Beim sauberen Schneiden ist der richtige Zeitpunkt wichtig. Den Guss am besten nur leicht anziehen lassen und den Apfelkuchen mit Apfelmus dann vorsichtig schneiden. Schneidet ihr sofort, läuft der Guss womöglich herunter. Wartet ihr zu lange, bricht die Glasur später schneller beim Schneiden.
Viel Freude beim Nachbacken! Wenn euch das Rezept gefällt, stöbert auch mal durch unsere vielen anderen Apfelkuchenrezepte.
Gedeckter Apfelmuskuchen
Zutaten
Für den Teig
- 500 Gramm Weizenmehl
- 2 mittelgroße Eier
- 170 Gramm Zucker
- 250 Gramm Butter kalt in kl. Stückchen
- 15 Gramm Backpulver
Für die Füllung
- 750 Gramm Apfelmus siehe Tipps
Für den Guss
- 200 Gramm Puderzucker
- 2 Esslöffel Milch
- 2 Esslöffel Zitronensaft grobe Menge
Zubereitung
- 500 Gramm Weizenmehl, 2 mittelgroße Eier, 170 Gramm Zucker, 250 Gramm Butter, 15 Gramm BackpulverFür den Knetteig alle Zutaten in eine Schüssel geben und zunächst mit den Knethaken der Küchenmaschine, dann kurz mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten.
- Den Teig halbieren, zu einer Kugel oder noch besser leicht rechteckig formen und etwas platt drücken. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten kühlstellen.
- 750 Gramm ApfelmusWährend der Kühlzeit solltet ihr das Apfelmus etwas andicken, falls es sehr dünn bzw. flüssig ist (siehe Tipps unten). Das Mus sollte eher dick-cremig sein und nicht komplett vom Löffel fließen.
- Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein tiefes Backblech (ca. 30×40 cm) mit Backpapier auslegen. Das Papier wieder herausnehmen und die Größe des Blechs grob darauf markieren.
- Die Teige aus dem Kühlschrank holen. Die erste Teigportion direkt auf dem Backpapier in Blechgröße ausrollen. Mitsamt Papier aufs Blech ziehen und das Apfelmus gleichmäßig darauf verteilen.
- Die zweite Teigportion ebenfalls auf Backpapier in Blechgröße ausrollen. Falls der Teig sehr weich geworden ist, die Platte kurz kühlen. Anschließend vorsichtig auf die Apfelmusschicht stürzen und das Papier abziehen.
- Die obere Teigplatte mehrfach mit einer Gabel einstechen. Kuchen ca. 25-30 Minuten goldgelb backen. Vollständig abkühlen lassen.
- 200 Gramm Puderzucker, 2 Esslöffel Milch, 2 Esslöffel ZitronensaftFür den Guss gesiebten Puderzucker mit Milch und Zitronensaft zu einer dickflüssigen Glasur verrühren. Auf dem Kuchen verteilen. Den Guss leicht anziehen lassen und den Kuchen dann vorsichtig schneiden.
Anmerkungen
- Apfelmus: Besonders gut eignet sich eher festes Apfelmus ohne Zucker bzw. Apfelmark. Die Menge könnt ihr etwas erhöhen oder verringern. Falls euer Mus zu flüssig ist, kann man es entweder einige Minuten ohne Deckel einkochen oder mit etwas Stärke andicken.
- Optionales Andicken: Ca. 20g Speisestärke oder Vanillepuddingpulver mit etwas kaltem Apfelmus oder 1 EL Wasser glatt rühren. Apfelmus aufkochen, angerührte Stärke dazuhgeben und kurz unter Rühren aufkochen lassen, bis die Masse etwas andickt.
- Ausroll-Tipp: Anstatt Boden und Decke direkt auf Backpapier auszurollen, könnt ihr die Teige alternativ auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und dann vorsichtig mithilfe eines Nudelholzes auf das Blech bzw. den Kuchen legen. Die obere Platte am besten halbieren und die beiden Hälften einzeln transportieren.
34 Kommentare
Heute nachgemacht und für superlecker befunden. 🙂 Allerdings ohne Guss und nur mit Puderzucker, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Bei mir war der Teig übrigens super „zahm“ und überhaupt nicht brüchig beim auflegen. Habe ihn einfach auf Klarsichtfolie ausgerollt, damit um die Teigrolle gewickelt und dann ging das ganz einfach.
Ach ja, und mit einer Prise Zimt habe ich das ganze verfeinert. Gehört für mich einfach zum Apfelkuchen.
Hallo Jennifer, toll, dass du ihn so schnell nachgebacken hast. Freut mich sehr, dass er gut ankam :-). Und Zimt, ist immer gut, stimmt!