Sauerteig ansetzen steht für viele Hobbybäcker ganz weit oben auf der Liste der Dinge, an die sie sich nicht wagen. Ging mir sehr lange genauso. Aber dann habe ich – nach Misserfolgen und jahrelanger Pause – noch einmal einen Versuch gestartet. Denn so ein Weizen-, Dinkel- oder Roggenbrot mit Sauerteig ist einfach nur köstlich. Und mit meiner Sauerteig-Anleitung für Anfänger könnt ihr es auch!
Sauerteig herstellen klingt, zumindest was Zutaten und Zubereitung angeht, erstmal simpel – und ist trotzdem nicht ganz unkompliziert. Ich habe auch gefühlt hunderte Rezepte, Backbücher und Blogartikel gelesen. Und war hinterher noch verwirrter als zuvor. Irgendwie wollte alles keinen Sinn machen. Jeder beschreibt eine andere Methode zum Anstellgut. Ich hatte nur noch Fragezeichen im Kopf. Diesen Weg will ich euch ersparen. Im Folgenden findet ihr also eine detaillierte Anleitung, wie ihr Sauerteig selbst ansetzen könnt. Inklusive vieler Tipps und Tricks. Der allerwichtigste davon: Gebt nicht auf, auch wenn euer erster Versuch vielleicht misslingt. Fangt nochmal von vorne an. Ein gutes Sauerteig-Anstellgut wird euch im besten Fall jahrelang begleiten. Die Mühe ist es also wert.
Wie macht man Sauerteig?
Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten. Grundsätzlich geht es aber immer um dasselbe Prinzip: Über mehrere Tage wird eine kleine Menge Roggenmehl mit derselben Menge warmem Wasser vermischt und diese Mischung dann reifen gelassen. Die Prozedur dauert 3-4 Tage. Davon ist aber nur ein Bruchteil wirkliche Arbeitszeit. Ich verwende ab dem 3. Tag nur noch einen Teil der Ausgangsmasse. Vom fertigen Ansatz hat man dann immer eine kleine Menge im Kühlschrank, damit man nicht für jedes Backen ganz von vorne anfangen muss. Das so genannte Anstellgut wird jede Woche gefüttert.
Die genauen Schritte zum Anstellgut findet ihr im Rezept. Hier ein paar allgemeine Tipps, die ihr unbedingt beachten solltet, wenn ihr Sauerteig selbermachen wollt
- Arbeitet sauber: Das heißt in erster Linie, saubere Gläser und Löffel zu nehmen. Ansonsten können sich unerwünschte Bakterien breit machen, die im Sauerteig nichts zu suchen haben
- Wiegt alles ab – lauwarmes Wasser und Mehl
- Achtet auf die richtigen Temperaturen, egal ob beim Wasser oder beim Ort zum Reifen des Teigs
- Seht trotz der ungefähren vorgegebenen Zeitangaben immer wieder nach Sauerteig. Sie sind extrem individuell. Und riecht. Am besten beginnt ihr z.B. am Freitag bzw. übers Wochenende oder im Urlaub
- Deckt das Anstellgut während der Reifezeit nur ab, statt es luftdicht zu verschließen
Sauerteig ist genauso wie Hefe ein Triebmittel, sorgt aber für anderen Geschmack und eine andere Haltbarkeit des Brots. Gerade zu Beginn sollte man dem Brot-Teig (nicht dem Sauerteig) dennoch zusätzlich etwas Hefe zugeben, solange der Ansatz noch sehr jung ist. Ganz wichtig: Es handelt sich aber immer um Sauerteig ohne Hefe.
Häufige Fragen zum Thema Sauerteig
Am gebräuchlichsten ist Roggen-Sauerteig mit Roggenmehl Type 1150. Zum Ansetzen kann theoretisch aber auch Weizenmehl oder Dinkelmehl genommen werden. Man sollte jedoch eher Mehl mit einer hohen Type wählen.
Es gibt spezielle Gärboxen etc, ich stelle das Glas aber meist bei nur eingeschalteter Ofenlampe (oder maximal 30 Grad) in den Ofen; alternativ auf den Server 😉 , oder unter eine Lampe. So ist es ein recht konstant warmer Ort.
Dann ist er leider schlecht – und ihr müsst von vorne anfangen. Ein stechender Geruch allein hingegen ist meist unproblematisch; meine riecht teils nach Nagellackentferner.
Kommt auf Gehzeit des Teigs an. Ich nehme meist 75 Gramm, es gibt aber auch Rezepte mit 10g (wie unser Dinkel-Sauerteigbrot) oder 150g
Ich gebe es zu: Ich werfe sie z.B. in einem Gefrierbeutel weg. Theoretisch kann man sie aber auch in andere Teige geben, getrocknet zum Panieren verwenden oä. Beides habe ich noch nicht getestet
Auch wenn man nicht backen will: regelmäßig. Je häufiger, desto besser. Ich mache es einmal in der Woche und habe dafür einen Kalendereintrag im Handy. Aufgefrischt werden muss am Vortag des Backtags
Entweder einen Nachbarn bitten, sich zu kümmern, oder dem Teig nach 2 Wochen ein paar Auffrischungen gönnen, bevor er verwendet wird. Es soll aber auch Leute geben, die Sauerteig in den Urlaub mitnehmen.
Leider kann es gerade zu Beginn noch manchmal zu “unperfekten” Broten kommen. Das gehört dazu. Vielleicht ist euer Sauerteig noch zu jung und damit zu wenig triebstark. Anfangs gibt man dem Brotteig daher etwas Hefe zu. Mit jedem Auffrischen wird der Sauerteig stärker, sodass er irgendwann alleine wirkt
Ich hoffe, euch mit dieser Sauerteig-Anleitung ermutigen zu können, es zu probieren! Ich bin sicher kein Profi. Und es klappt trotzdem wunderbar. Bei offenen Fragen lest bitte zunächst die bereits beantworteten Kommentare durch. Übrigens, angeblich braucht jeder Sauerteig einen Namen. Meiner hat noch keinen – obwohl ich ihn wirklich liebgewonnen habe 😉 Jede Woche gibt’s bei uns mindestens 1-2 mal frisch gebackenes Brot, ab und an auch Sauerteigbrötchen oder Süßes wie den Sauerteigzopf ohne Hefe und Panettone mit Sauerteig.
Sauerteig
Zutaten
1. Schritt
- 50 Gramm Roggenmehl Type 1150
- 50 Gramm Wasser ca. 37 Grad, bis zu 60g
2. Schritt
- 50 Gramm Roggenmehl Type 1150
- 50 Gramm Wasser ca. 37 Grad, bis zu 60g
- 100 Gramm Sauerteig-Ansatz aus dem 1. Schritt
3. Schritt
- 50 Gramm Roggenmehl Type 1150
- 50 Gramm Wasser ca. 37 Grad, bis zu 60g
- 50 Gramm Sauerteig-Ansatz aus dem 2. Schritt
4. Schritt
- 50 Gramm Roggenmehl Type 1150
- 50 Gramm Wasser ca. 37 Grad, bis zu 60g
- 10 Gramm Sauerteig-Ansatz aus dem 3. Schritt
Zubereitung
1. Schritt
- 50 Gramm Mehl und 50 Gramm warmes Wasser in einem großen Einmachglas kräftig mit einem Löffel vermischen. Falls die Masse extrem fest ist, etwa 10g mehr (also insgesamt 60g) Wasser verwenden. Deckel des Glases auflegen (nicht zuschrauben oder mit einer Klammer verschließen), alternativ mit Frischhaltefolie bedecken. Mischung bei ca. 25-30 Grad rund 20-24 Stunden reifen lassen.
2. Schritt
- Den kompletten Ansatz aus dem 1. Schritt mit noch einmal 50 Gramm Mehl und 50-60 Gramm warmem Wasser kräftig vermischen. Deckel auflegen. Zugedeckt bei ca. 25-30 Grad rund 8-15 Stunden reifen lassen. Wie lange es bei euch dauert, hängt von Umgebungsvariablen wie Zimmertemperatur ab und davon, wie sich der Ansatz entwickelt: Sobald er sein Volumen verdoppelt hat und schon wieder leicht einfällt, geht man zum 3. Schritt über.
3. Schritt
- 50 Gramm des Ansatzes aus dem 2. Schritt (der Rest wird nicht benötigt und kann weg) mit 50 Gramm Mehl und 50-60 Gramm warmem Wasser vermischen. Deckel auflegen. Zugedeckt bei ca. 25-30 Grad rund 12 Stunden reifen lassen. Auch hier hängt die genaue Dauer wieder davon ab, wie sich der Ansatz entwickelt: Sobald er sein Volumen verdoppelt hat und schon wieder leicht einfällt, geht zum 4. Schritt über.
4. Schritt
- 10 Gramm des Ansatzes aus dem 3. Schritt (der Rest wird nicht benötigt und kann weg) mit erneut 50 Gramm Mehl und 50-60 Gramm warmem Wasser vermischen. Deckel auflegen. Zugedeckt bei ca. 25-30 Grad rund 8-12 Stunden reifen lassen. Das Volumen sollte nun noch um etwa die Hälfte zunehmen.
Verwenden des Sauerteig-Anstellguts
- Wenn die Mischung deutlich säuerlich riecht, ist der Sauerteig-Starter bzw. das Anstellgut (insgesamt ca. 110 Gramm) nun bereit zum Backen. Ansonsten den 4. Schritt noch einmal wiederholen. Für ein Sauerteigbrot mit ca. 500g Mehl benötigt ihr je nach Gehzeit z.B. 75 g Anstellgut. Die ersten Male sollte man zum Teig zusätzlich Hefe zugeben, bis der Sauerteig alleine triebstark genug ist.
Regelmäßiges Füttern des Sauerteigs
- Der Rest Sauerteig-Anstellgut (in meinem Beispiel ca. 30-40g) wird in einem kleinen Glas mit aufgelegtem Deckel im Kühlschrank gelagert und muss immer wieder „gefüttert“ bzw. „aufgefrischt“ werden. Dafür nimmt man alle ca. 7-10 Tage 10 Gramm des Sauerteigansatzes aus dem Kühlschrank (der Rest kann weg) und mischt diesen in einem sauberen frischen Glas wieder mit 50g Mehl und 50g Wasser.
- Diese Mischung lässt man wieder 6-12h reifen, wie im 4. Schritt. Dann entnimmt man z.B. 75g Ansatz für sein Brot, lagert den Rest wieder im Kühlschrank. Und macht immer so weiter 🙂 .
Anmerkungen
- Das Herstellen des Sauerteigs hat lange Reifezeiten. Da man keine genauen Stundenangaben machen kann, solltet ihr das Ganze z.B. an einem verlängerten Wochenende starten, an Urlaubstagen oder wenn ihr eh zuhause seid.
- Die richtigen Temperaturen sind enorm wichtig – nicht zu kühl, nicht zu heiß. Die Wassertemperatur könnt ihr mit einem Thermometer messen, den Ort zum Reifen am besten ebenfalls. Wenn man Erfahrung hat, geht das auch nach Gefühl.
- Im Winter kann man den Sauerteig z.B. in der Nähe einer Heizung reifen lassen (wenn diese konstant durchheizt und nicht nachts abschaltet) oder im Wäschekeller. Ansonsten z.B. in den Ofen bei nur angeschalteter Backofenlampe stellen. Ich stelle ihn manchmal auf unseren (warmen) Server 😉 Aber Achtung: setzt das Sauerteigglas zusätzlich auf einen Teller – er kann ziemlich überlaufen.
- Wie viel zusätzliche Hefe ihr bei den ersten Malen benötigt, ist sehr individuell und auch von der Reifezeit bzw. dem konkreten Rezept für den Brotteig abhängig. Ich nehme z.B. 1-2g Trockenhefe und reduziere die Menge nach und nach.
- Bei offenen Fragen lest bitte zunächst die bereits beantworteten Kommentare durch.
626 Kommentare
Hallo, ich beschäftige mich erst seit kurzem wirklich mit Brot backen. Das liegt aber ehr daran, dass ich seit Corona im Homeoffice arbeite und daher zu Hause zum Backen flexibler bin. Dank des Rezeptes hat der Ansatz bei mir sofort funktioniert. Ich habe jetzt bereits ein Sauerteig-Roggenbrot gebacken mit selbst gemahlenem Mehl. 1x Ansatz hat meine Schwiegermutter bekommen und mir tat das Wegwerfen weh. Daher habe ich den Ansatz nach dem Füttern getrocknet und in ein braunes Apotekerfläschchen abgefüllt. Aktuell bereite ich Sauerteig-Brötchen mit selbst gemahlenem Dinkelmehl vor. Diese werde ich nicht ganz fertig backen und portionsweise einfrieren. Mein Anstellgut habe ich inzwischen 4x gefüttert und mit Backofenlampe 12 Stunden Gehzeit gewährt. Das funktioniert super. Teig blubbert und riecht angenehm und ist sogar schon mal übergequollen, weil das Glas zu klein ist. Das Brot war zwar noch kompakt, da es noch junger Sauerteig ist, aber es schmeckt. Das Experimentieren macht Spaß, besonders bei positivem Erfolg. Mein Brotgewürz mische ich selbst. Auch dafür benutze ich die Komo-Getreidemühle (extra Mahlwerk bestellt). Übrigens: wegen 100% Vollkornroggen benötige ich für das Anstellgut immer mehr Wasser. Mir half der Tipp, dass der Teig immer die Konsistenz von Waffelteig haben soll. Und das funzt und ist greifbar.
Danke an dieser Stelle für das Rezept. Ich kann es nur weiterempfehlen und jedem Mut machen es zu testen. Den getrockneten Ansatz zu reaktivieren habe ich noch nicht probiert. Hoffe es funktioniert dann, wenn ich es brauche, ggf. beim Camping. Und ich werde ihn auch verschenken, wenn Interesse besteht in meinem Dunstkreis. Also: Danke, danke, danke.
Wow! Ich danke dir für deinen Erfahrungsbericht und dein Lob. Ich drücke dir die Daumen, dass alles weiterhin zu deiner Zufriedenheit abläuft und dir gelingt 😉
Liebe Kathrin,
vielen vielen Dank für das so gut beschriebene Rezept. Ich habe im zweiten Anlauf geschafft den Sauerteig in einem Weizenbrot zu verbacken.
Die Fragen und vor allem deine Antworten haben mir sehr weiter geholfen.
Hallo Tina, wie schön, dass sie viele Arbeit, die ich in den Beitrag gesteckt habe, dir geholfen hat 🙂
Hilfe, 3. Schritt „läuft“ nicht…
Auch nach ca. 24h, bei konstanter und passender Temperatur, sauberer Arbeitsweise und der „Backofen-Methode“ tut sich fast nicht. Der Teig geht nicht auf, verdoppelt sich nicht, zeigt nur minimal Bläschen. Beim Übergang zu Schritt 4 zeigt sich, dass die Masse farblich unterschiedlich ist: Oben dunkler, darunter heller. Es ist nicht wie beim Schritt davor, dass man sieht, dass es ganz luftig, fluffig und mit vielen Blasen ist.
Gibt einen Notfall-Tipp?
Ferndiagnosen sind immer schwierig. Aber die unterschiedlichen Farben können vielleicht schon anzeigen, dass das ganze schief gelaufen ist und du leider noch mal von vorne anfangen musst. Wie gesagt, ich kann nur raten.
Ok, noch eine Runde… Mich wunder halt, dass man öfters liest, dass ab der 4. Runde nix mehr geht.
Hallo,
das ist ein wirklich toller Beitrag! Vielen Dank!
LG Chrissi
Hallo! Ich bin, genau wie Du es geschrieben hast, fasziniert vom Sauerteig, aber habe es mich noch nie getraut, ihn selbst herzustellen. Ich habe Dein Rezept gelesen, aber eins ist mir nicht klar: Wenn der Starter aus dem Kühlschrank wöchentlich „gefüttert“ werden muss, dann nimmst Du nur 10gr des Starters und wirfst das andere weg? Kann man mit dem Übriggebliebenen nicht backen? Und sind 10gr Überbleibsel nicht zu wenig, um dann wieder zu backen? Du hast auch geschrieben, dass man den Starter einen Tag vorm Verwenden füttern soll, oder? Theoretisch füttert man dann also die 10gr und verwendet sie (bzw. einen Teil davon) am nächsten Tag… Ist das richtig? Vielen Dank, falls Du Zeit zum Antworten findest. Liebe Grüsse, Tine
Liebe Tine, lies bitte in den anderen Kommentaren nach, was ich hierzu geschrieben habe. Die abgenommenen 10g reichen, da du ja wieder Mehl und Wasser zugibst. Manche Rezepte benötigen aber auch mehr Sauerteig, dementsprechend mehr vom Ansatz (z.B. 30g) Und ja, du fütterst z.B. früh morgens und verwendest den Sauerteig dann, sobald er reif ist, also hoch genug, bevor er wieder einfällt. Kann 6 oder 12h dauern.
Hallo!
Eine Frage: wenn ich meinen Sauerteig gefüttert habe und ich den Rest (also mein neues Anstellgut) nach dem Backen in den Kühlschrank stelle, kann ich dann am nächsten und übernächsten Tag noch mit dem gleichen gefütterten Anstellgut backen oder muss ich jedes Mal „neu“ füttern? Liebe Grüße!
Hallo, ich habe ja nie „noch mehr“ übrig 🙂 aber ich denke, du kannst es dann noch direkt verwenden.
Hallo Kathrin,
danke für die toller Erläuterung für das Herstellen des Anstellguts. Ich hänge leider gerade bei Schritt 3. Habe 50 gramm des Anstellguts aus Schritt 2 (da hat alles super geklappt) entnommen und mit 50g Mehl und 50 Gramm warmen Wasser gemischt. Leider nimmt das VOlumen aber nicht mehr zu. Er sieht jetzt (nach 6 Stunden) immer noch genauso aus wie heute früh…vielleicht sogar ein bisschen flüssiger.
Hast du eine Idee, was das sein könnte und bestenfalls einen Tipp, um ihn zu retten? Er ist mir ans Herz gewachsen ;))…
Danke schon mal und LG
Julia
Hallo Julia, Ferndiagnosen sind immer sehr schwierig. Aber wenn sich beim Volumen wirklich gar nichts tut, läuft da wohl etwas arg schief 🙁 Temperatur etc?
Ich habe ein ähnliches Problem. Das Problem könnte sein, dass der Sauerteig zu flüssig wird. So bleiben die Bläschen nicht im Teig sondern platzen einfach. Wahrscheinlich hat sich im Ofen zu viel Feuchtigkeit gesammelt bei mir. Zumindest ist im Glas einiges an Feuchtigkeit(innen beschlagen)
Ich habe nach dem 2mal wiederholen von Schritt 4 nun den Teig rausgestellt und den Deckel etwas versetzt aufgesetzt, dass die Feuchtigkeit entweichen kann. Mal schauen was nun damit passiert. Hoffentlich ist er nicht schon hinüber.
Hallo Kathrin,
ich habe mich in den letzten Tagen an dein WEizensauerteigbrot gewagt und zum ersten Mal auch einen Sauerteigansatz gemacht. Und doch einige Probleme damit gehabt bzw. folgende Fragen:
Bei mir war beim 3.Schritt das Volumen dreifach so hoch und mein Glas ging schon fast über und da habe ich dann den 4. Schritt gemacht. Hier gab es auch nach 9 h fast keine Vergrößerung des Volumens. Ich habe dann doch mit dem Vorteig begonnen und mich ganz genau an die jeweiligen Ruhezeiten gehalten. Ich habe dann den Teig zum Rasten in den Kühlschrank gepackt (in einer 3 l Schüssel) und heute in der Früh – schon nach 10 h – war der Teig bis oben hin voll. Ich habe ihn dann rausgenommen, gedehnt und gefalten und gab ihn dann wieder zurück in die Schüssel und in den Kühlschrank, da ja erst 10 h vergangen waren. Gegen 11 Uhr vormittag hat sich leider noch immer nix getan, deshalb habe ich ihn rausgenommen, nochmals gedehnt und gefaltet und ihn dann für 1 h ins Gärkörbchen getan. Auch hier hat sich nix mehr wesentlich geändert. Nun habe ich es gebacken und es schaut fast so aus, als ob ich zwei Brote, die ich aneinandergelegt hätte, in den Ofen gegeben hätte, obwohl es nur eines war.
Was habe ich falsch gemacht. War die Schüssel zu klein für den Kühlschrank oder hätte ich es dann gleich in der Früh – nach 1 h Rast im Raumklima – backen sollen. Ich habe mich auch sonst sehr an die Temperaturen des Wassers, Raum etc. gehalten.
Vielen Dank für deine Info und liebe Grüße
Maria
Hallo Maria, eine Ferndiagnose ist naturgemäß schwierig. Wie alt ist denn dein Sauerteig?
Hallo,
Ich freue mich, bei dir neue Brotideen für Sauerteig zu finden. Mein Sauerteig ist mittlerweile zwei Jahre alt und sehr triebstark.
Ich habe allerdings noch nie etwas davon entsorgen müssen.
Ich nehme immer komplett meine ca. 50gr Anstellgut aus dem Kühlschrank füge so viel Wasser und Mehl im Verhältnis 1:1 hinzu, wie mein Sauerteig nachher wiegen soll. Also bspw. für 300g Sauerteig: 50g Anstellgut + 150g Wasser + 150g Mehl. Wenn der Sauerteig reif ist, nehme ich die benötigte Menge (z.B. 300g) ab und stelle die restlichen 50g wieder in den Kühlschrank. So landet nichts im Müll. Da ich zweimal die Woche Brot backe, muss ich auch nie füttern. Die Auffrischung durch das Anstellen des Sauerteigs reicht völlig aus.
Vielleicht als Anregung für diejenigen, die sich schwer tun, Reste wegzuwerfen 🙂
Danke nochmal für deine Rezepte und liebe Grüße!
Danke für den Tipp! Teils mache ich das so ähnlich wie du
Hallo, ich habe LM angesetzt und füttere ihn alle 3 Tage. Ich nehme von dem Ansatz 100 gr ab und stelle es in den Kühlschrank und füttere die anderen 100 gr und lasse diese wieder 3 Tage bei Raumtemperatur stehen und füttere wieder. Jetzt meine Frage, wenn ich den Ansatz aus dem Kühlschrank füttere ( ca. 200-300 gr) nicht den, den ich füttere, sondern den abgenommenen, muss ich den so füttern das er aufgefrischt ist ohne in den Kühlschrank zukommen da ich ihn trocknen möchte. Wäre schön wenn ich hier Hilfe bekäme. LG Roswitha
Hallo, ich verstehe ehrlich gesagt leider die Frage nicht, ist mir beim Lesen etwas zu kompliziert – was meinst du genau?
Hallo, ich finde Ihre Seite super. Sehr verständlich beschreiben Sie die Vorgehensweise zum Ansetzen des Sauerteigs, der bei mir nun fast fertig ist. Als nächstes möchte ich das Weizen rot backen aber bin mir unsicher, wie viel Hefe ich noch zu meinem jungen Sauerteig dazu geben soll. Wäre 1 Teelöffel Trockenhefe schon zu viel? Kann man das Bauern rot auch mit dem Sauerteigansatz backen und wenn ja, wie viel nimmt man davon?
Viele Grüße und vorab vielen Dank für Ihre Rückmeldung,
Heike Schaubitzer
Hallo, danke für das Lob! Ich würde vielleicht um die 3-4 Gramm Trockenhefe anfangs nehmen, ein Teelöffel dürfte zu viel sein. Aber je nachdem, wie das Brot wird, kann man die Menge ja beim nächsten Backen anpassen.
Für das Bauernbrot würde ich ca. 75 Gramm nehmen und dafür weniger Wasser.
Hallo, danke für die klare Anleitung. Ich bin gespannt, ob ich dieses Mal erfolgreicher sein werde. Hast du übrigens gewusst, dass es am Flughafen In Stockhoilm ein „Sauerteighotel“ gibt? da geben die Schweden, die lange verreisen, ihren Sauerteig ab. In ihrer Abwesenheit wierd er dort gepflegt und gehegt, bis sie zurückkommen.
https://www.vice.com/de/article/wn743m/in-schweden-hat-ein-hotel-fur-brotteig-eroffnet-619
Hallo,
bleiben die Mengen, Zeiten und Temperaturen gleich, wenn man anstelle von Roggenmehl Weizenmehl nimmt?
Hallo, im grunde ja
Ich werde mich jetzt mal an den Sauerteig wagen, dann bräuchte ich natürlich auch noch ein gutes Rezept.
Wie viel Sauertag kommt da rein bei z.B. einem Kilo Mehl ? Angabe bitte in Gramm, ich mag Mengenangaben wie EL oder TL nicht, da weiß man nie wirklich wie viel. Ich habe auch gelesen, dass wenn der Sauerteig noch „jung“ ist man doch ein wenig (Trocken)Hefe dazu geben soll, damit das Brot schön locker wird.
Kann mir jemand ein gutes Rezept für ein Sauerteigbrot (eher dunkel) geben ?
ich habe hier keines gefunden, vielleicht habe ich auch nicht gut genug gesucht.
Hallo Andreas, ich habe hier doch einige Brote verlinkt. Du findest alle Brot hier: https://www.kavroniqel.shop/brot-rezepte davon ein Teil mit Sauerteig. Dort steht auch jeweils, wie viel du brauchst
Hallo, 2 Fragen: 1. Ich bewahre mein Anstellgut, so wie oben beschrieben, in einem Glas mit aufgelegtem Deckel im Kühlschrank auf. Die Oberfläche vom Anstellgut trocknet aus und wird „hart“. Wie kann ich das verhindern?
2. Was passiert bzw. ist es von Nachteil für das Anstellgut, wenn ich den Deckel zu drehe?
Hallo, also bei mir wird da nichts hart/trocken, obwohl / weil der Deckel aufliegt. Das wundert mich. Vielleicht probierst du es mal mit einem anderen Glas und Deckel? Ansonsten kannst du das harte evtl auch einfach etwas abnehmen und dann nur den unteren Rest verwenden.
Der Sauerteig braucht Luft/Sauerstoff.
Danke für die Antwort. Die Teigoberfläche steift etwas ab. Trocken und hart ist vielleicht etwas falsch von mir formuliert. Wie kann ich damit verfahren? Ich habe ein anders Glas und Deckel benutzt. Es passiert trotzdem. Die Luft im Kühlschrank ist ja entfeuchtet. Danke.
Wenn sie nur ganz dünn ist, würde ich sie entweder abnehmen oder gut unterrühren, falls das geht